Für eine europäische Erinnerungskultur 75 Jahre nach dem zerstörerischen Krieg.

Fast sieben Jahre lang, von 1939 bis 1945, war die Zivilisation in Europa in höchster Gefahr, zerstört zu werden. Mehrere totalitäre Regime haben in Europa den Krieg ausgelöst, um Demokratie, Menschenrechte und Freiheit in ganz Europa zu zerschmettern. Leben, Hoffnungen und Träume von Millionen von Menschen wurden ausgelöscht. Die Alliierten haben das Naziregime sowie das faschistische Regime verurteilt, gestoppt und besiegt. Mehrere Jahrzehnte waren vergangen, bis man den zerstörten Dialog und Zusammenarbeit wiederaufgebaut hat. Ehemalige Feinde wurden zu Partnern bei dem Aufbau des neuen Europas der Nachkriegszeit, ohne Diktaturen und ohne Gewalt. Im Mai 1945 herrschte der Frieden wieder, aber zahlreiche Traumata, Trauer und gegenseitige Missverständnisse sind bis heute die Risiken für die Stabilität Europas. Eine neue Welle des Populismus und mehrere radikale Bewegungen im realen Leben und auch online sind ein gefährlicher Boden für riskante Manipulationen mit kollektiven Identitäten. Die kollektiven Erinnerungen der Europäer spielen eine durchaus wichtige Rolle in der modernen Politik. Erinnerungen prägen uns, wir sind Erben von den vergangenen Generationen, wir bauen unsere Zukunft auf dem Fundament der tragischen Erfahrung der Europäer der Nachkriegszeit.

Wir erinnern uns mit tiefster Dankbarkeit an die Heldentaten von allen Europäern und ihren Alliierten in der ganzen Welt im Kampf der Nationen gegen die Schrecken der Ideologien, die das Leben des Einzelnen nur deshalb zerstören wollten, weil dieser Einzelne, als kulturell oder ethnisch Anderer galt. Heutzutage flüstern ähnliche Stimmen ihre Botschaften in die Ohren der Europäer. Dabei sind Eliten von nicht demokratischen Staaten bereit, die Geschichte Europas zu manipulieren. Sie schaffen es geschickt, anziehend und deshalb sind diese Manipulationen eine Gefahr für die kulturelle Vielfalt. Kriege sind immer in den Köpfen der Menschen entstanden, durch unkritische und unfreie Medien getragen und ernähren sich von den Ängsten vor dem Anderen.

BVRE sieht es als seine Pflicht und als oberstes Ziel, die Demokratie und kulturelle Vielfalt in Deutschland zu fördern. Deshalb müssen wir, Europäer, es neu lernen, wie man den Pluralismus und Menschenrechte respektiert. Die Erinnerung gilt auch hier als die Basis für die Vielfalt von Meinungen und Analysen der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Doch die Vielfalt hat ein gemeinsames Ziel - den Frieden, die Stabilität und die demokratischen Werte im heutigen Europa, 75 Jahre nach dem schrecklichen Krieg, der von dem Naziregime ausgelöst wurde, zu bewahren.

 

Um den Frieden in Europa und weltweit zu sichern, müssen wir die Manipulationen mit den Erinnerungen kritisch analysieren. Um zu wissen, wie man heutzutage die Erinnerungen instrumentalisiert, möchten wir Sie herzlich zu einem kritischen Gespräch einladen. Das Thema des Gesprächs lautet:

Einheit im Dialog - Politik der Erinnerung in dem heutigen Europa. Ziele, Instrumente und Herausforderungen.

In dem Gespräch versuchen wir folgende Fragen zu thematisieren:

Wie kann man die Erinnerungen und Traumata aufbewahren und aufarbeiten, ohne dass man Hierarchien aufbaut und den Anderen marginalisiert? Welche Formate der politischen Bildung im Bereich kollektiver Erinnerungen funktionieren und welche sind veraltet und wodurch kann man diese ersetzen bzw. ergänzen?

Während wir auf der Suche nach neuen Formaten für ein kritisches Gespräch über die Erinnerungskultur sind, möchten wir sie darum bitten, uns Ihre Ideen und Visionen zum Thema mitzuteilen: welche Formate und Ideen fallen Ihnen ein? Wie kann man ein so kompliziertes Thema inklusiv gestalten?

Vorstand und Team des BVRE e.V.

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