16.06.2020 | Projekt „ICH BIN DABEI“: Vorlesungsreihe „Deutsche und Juden, Juden und Deutsche: eine lange Geschichte komplizierter Beziehungen“, „Teil 2. Nationalsozialismus und die Vernichtung europäischer Juden“, Günter-Feldmann-Zentrum e.V.

Am 16.06.2020 setzte sich die Vorlesungsreihe „Deutsche und Juden, Juden und Deutsche: eine lange Geschichte komplizierter Beziehungen“ mit dem Thema „Nationalsozialismus und die Vernichtung europäischer Juden“ fort. In der Vorlesung sprachen wir über die Periode zwischen 1933 und 1945 und dem Antisemitismus, der zur staatlichen Doktrin des Nationalsozialismus wurde.

Wir begangen mit dem Januar 1933 und der Machtergreifung von Nationalsozialisten, die einige Jahre später zur totalitären Macht wurde. Unser Lektor – Alexander Kliymuk - schilderte, wie schnell und übergreifend sich die antijüdische Politik Hitlers entwickelte und sich in alle Lebensbereiche der Menschen drängte, wo Juden ausgeschlossen, stigmatisiert und diskriminiert wurden: Beruf, Kultur, Soziales, Politik. Wir erfuhren vom zentralen Meilenstein der antijüdischen Politik, den Nürnberger Gesetzen, die festlegten, wer als Arier, und somit als Reichsbürger, und wer als Jude, und somit nur als Staatsbürger gilt, und wie man angeblich Juden von „Nicht-Juden“ unterscheiden kann.

Wir lernten, wie sich die antisemitische Politik im Jahr 1936 durch die Olympischen Spiele in Deutschland verlangsamte und sich danach mit Reichskristallnacht und den Pogromen 1938 mit neuer Wucht wieder verstärkte. Interessant war es zu erfahren, wie die Weltgemeinschaft die Ereignisse in Deutschland beobachtete und darauf reagierte, wie z.B. auf der Konferenz von Evian 1938 in den USA, die sich dem Problem der hohen Flüchtlingszahlen von Juden widmete.

Die Teilnehmer*innen lernten darüber, seit wann es die ersten Konzentrationslager gab und für wen sie noch vor dem Krieg geschaffen wurden. Wir sprachen darüber, wie die „Endlösung der Judenfrage“ umgesetzt wurde. In diesem Kontext wurde ein Licht darauf geworfen, wo, wie und von wem die schrecklichen „medizinischen“ Experimente durchgeführt und welche Versuche mit „Euthanasie“, Kremierung und Gaskammern gemacht wurden.

Wir richteten besonderes Augenmerk auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Wir sprachen darüber, wer den Mördern Beihilfe leistete und wer versuchte, sich dem Geschehen zu widersetzen. Außerdem erforschten wir, wie sich die Situation in den einzelnen von der Wehrmacht besetzten Ländern unterschied und von welchen Faktoren die „Logistik“ des Holocaust abhing. Wir erfuhren über die größten Vernichtungslager (Treblinka, Sobibor, Belzec) und wie viele Menschen dort auf grausame Weise ermordet wurden.

Des Weiteren sahen wir uns die Situation der letzten Kriegswochen genau an und fassten die Folgen des blutigsten Konflikts in der Geschichte zusammen.

Der Veranstalter: Günter-Feldmann-Zentrum e.V., Berlin. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „ICH BIN DABEI“ (Modellprojekt „Teilhabe lernen: Förderung des bürgerschaftlichen Engagements unter Russischsprachigen in Deutschland“) statt, gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI).

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