11.2020 | Projekt AIPol: Lokale Maßnahmen von AIPol im November

In der zweiten Hälfte November lief im Projekt AIPol die aktivste Durchführungsphase der lokalen Maßnahmen. Ein Großteil der Veranstaltungen fand im Online-Format statt.

 

1). Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V.: „Eingewanderte Frauen auf dem Weg zum Arbeitsmarkt: Erfahrungen, Chancen und Hindernisse“

An 18. November fand die Online-Veranstaltung „Eingewanderte Frauen auf dem Weg zum Arbeitsmarkt: Erfahrungen, Chancen und Hindernisse“ statt. Die Veranstaltung wurde von der Multiplikatorin aus dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V. organisiert und durchgeführt.  Bei der Veranstaltung wurden folgende Fragen besprochen: Welche Erfahrungen werden mit dem Arbeitsmarkt oder auf dem Weg dahin gemacht? Werden im Ausland erworbenen Qualifikationen anerkannt? Wie ist Ausbildung oder Berufstätigkeit mit dem „Job“ als Mutter zu verbinden? Wie zufrieden ist man mit der Kinderbetreuung? Als Zielgruppe für die Veranstaltung waren in erster Linie Frauen mit Migrationsgeschichte eingeladen. Die Veranstaltung fand in deutscher und arabischer Sprachen statt.

 

2). Türkischer Bund Berlin Brandenburg e.V.: „Partizipations- und Stadtentwicklungspolitik“

Am 19. November führte der Multiplikator aus dem Türkischen Bund Berlin Brandenburg e.V.  seine lokale Maßnahme im Online-Format durch, bei der sich Referent*innen Ayşe Demir  und  Remzi Uyguner mit folgenden Fragen befassten: Wie hat sich der Weg von der „Ausländerpolitik“ der Bundesrepublik zur Partizipationsforderungen der migrantischen Communities entwickelt? Was ist das Zwischenspiel zwischen der Partizipations- und Stadtentwicklungspolitik? Wie haben sich die Migrantencommunities in den Großstädten räumlich sichtbar gemacht? „Ghetto“ gegen Communitybildung? Wer bestimmt, wo die migrantischen Communities leben?

 

3). Internationaler Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V.: „Gegen Antiziganismus – für aktive Teilhabe und Inklusion“

Am 20. November führte der Internationale Kultur- und Sportverein der Roma Carmen e.V. eine Hybrid-Veranstaltung „Gegen Antiziganismus – für aktive Teilhabe und Inklusion“ durch. Um die Situation der Roma und Sinti zu verbessern, muss die politische Bildung auch zum Ziel der zivilgesellschaftlichen Aktivitäten der Vereine von Roma und Sinti werden, was oft sehr mühsam zu sein scheint. Während dieser Hybrid-Veranstaltung haben Vertreter*innen der Roma und Sinti mit den Referenten (Sami Dzemailovski, Vorsitzender des Internationalen Kultur- und Sportvereins der Roma Carmen e.V.; Emran Elmazi, Mitarbeiter des Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma im Bürgerhaus Reisholz) aktuelle Probleme und Defizite des Selbstverständnisses und der gesellschaftlichen Repräsentanz festgestellt und analysiert, neue Mittel zur Aktualisierung der politischen Teilhabe wurden gesucht und kritisch unter Lupe genommen.

 

4). Young Voice TGD e.V. in Kooperation mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.: „Coming-out, Dating, Familie, Ally-sein – Eure Fragen“

Am 24. November fand die Online-Talkrunde „Coming-out, Dating, Familie, Ally-sein – Eure Fragen“ statt, die durch Young Voice TGD e.V. in Kooperation mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. organisiert wurde. Schätzungen zufolge leben ca. 100.000 LSBTT*IQ mit Migrationsgeschichte/ BIPoC‘s in Hessen. Aber wie offen gehen Diaspora-Communities oder migrantische Selbstorganisationen mit queeren BIPoC’s um? Welche Vorbilder gibt es, migrantische LSBT*IQ Organisationen und welche Räume gibt es in Frankfurt und wie kann ich solidarisch und empowernd sein? Gemeinsam mit Teilnehmer*innen haben die Referent*innen Mahwish Shahad-Niazi und Ioannis Karathanasis über vermeintliche Tabu’s gesprochen und Erfahrungen ausgetauscht. Es wurden Schnittpunkte zwischen Rassismus, Queerfeindlichkeit und weitere Diskriminierungen thematisiert.

 

5). Vereinigung der Vietnamesen in Berlin & Brandenburg e.V.: „Bundestagswahl 2021: verstehen und teilnehmen“

Am 26. November fand die Online-Bildungsmaßnahme des Vereins „Vereinigung der Vietnamesen in Berlin & Brandenburg“ unter dem Titel „Bundestagswahl 2021: verstehen und teilnehmen“ statt. Im Herbst 2021 entscheiden Millionen Wahlberechtigten in Deutschland, welche Kandidat*innen und welche Parteien, in welcher Zusammensetzung in den nächsten vier Jahren ihre Positionen im Bundestag repräsentieren. Die Teilnahme an den Wahlen sowie am politischen Leben generell ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Nicht jede*r Bürger*in hatte die Möglichkeit, sich mit dem deutschen Wahlsystem gründlich auseinanderzusetzen. Bei der Veranstaltung wurde zusammen mit dem Geschäftsführer der Grünen Fraktion Ulm (Stadtrat seit 2004), Michael Joukov-Schwelling die politische Landschaft in Deutschland besprochen. Welche Unterschiede gibt es zwischen den Parteien? Wer vertritt welche Positionen? Außerdem hat man sich ausführlich mit dem deutschen Wahlsystem befasst. Im Anschluss wurden aktuelle Fragen der politischen Bildung für die vietnamesische Gemeinde in Deutschland besprochen.

 

6). Türkische Gemeinde Hessen e.V.: „Unsere Stadt, unsere Stimme“

Am 27. November fand die lokale Bildungsmaßnahme des Türkischen Gemeinde Hessen e.V. unter dem Titel „Unsere Stadt, unsere Stimme“ im Online-Format statt. Die Kommunalwahlen finden in Hessen im kommenden März statt. Parteivertreter*innen, die zu den Kommunalwahlen in Frankfurt als Kandidat*innen antreten, stellten sich den Fragen des Publikums und der Moderation und legten ihre Inhalte dar. Zuvor sprachen die Referenten Talha Kiraz (TG-Hessen Vorstandsmitglied) und Sezer Isik (Vorsitzender Europa Union Mörfelden-Walldorf) über die aktuelle Kommunalpolitik und setzten einleitende Impulse für die Podiumsdiskussion. Eine wichtige Rolle spielten hierbei die seitens der TGD und TG-Hessen erarbeiteten Leitlinien und Bausteine, die u.a. auch auf Aspekte der Teilhabe und Integrationspolitik eingehen. Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmer*innen ein besseres Bild über etwaige Auswahlmöglichkeiten vor der Wahl zu ermöglichen, sie bei der Ausübung ihres politischen Rechts und ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen und einen direkten Austausch mit etwaigen Entscheidungsträger*innen zu ermöglichen.

 

7). Quarteera e. V.: „Mehrfachdiskriminierung: der psychologische Selbstschutz und die Konfrontationsgrundsätze in einem toxischen sozialen Umfeld“

Am 28. November führte der Verein Quarteera e. V. seine lokale Online-Bildungsmaßnahme zum Thema „Mehrfachdiskriminierung: der psychologische Selbstschutz und die Konfrontationsgrundsätze in einem toxischen sozialen Umfeld“ durch. Jede*r von uns hat mindestens einmal in seinem Leben eine aggressive oder passive Mehrfachdiskriminierung aufgrund unterschiedlicher Merkmale erlebt, wie z. B. Geschlecht, Gender, Sexualität oder Nationalität. Davon sind insbesondere solche ungeschützte Menschengruppen betroffen, wie z.B. LGBTIQ*-Migranten*innen. Dies kann den psychologischen und physischen Zustand deutlich beeinflussen, Selbstwertgefühl zerstören, pathologische Zweifel hervorrufen und uns im unseren Handeln behindern. Um zu überlegen, was dagegen gemacht werden kann, befassten sich die Teilnehmer*innen zusammen mit dem Referenten Zachariya Orlova (Diplomierter Psychiater, medizinischer Psychologe) in russischer Sprache mit folgenden Fragen: Was ist Mehrfachdiskriminierung? Wie manifestiert sie sich? Wie schützt man sich davor? Und wie geht man mit den Folgen um?

 

8). Afghanisches Kommunikations- und Kulturzentrum e.V.: „Integration der Geflüchteten in Deutschland“

Am 30. November fand die lokale Online-Bildungsmaßnahme des Afghanischen Kommunikations- und Kulturzentrum e.V. zum Thema „Integration der Geflüchteten in Deutschland“ statt. In dieser Zoom-Veranstaltung diskutierten die Teilnehmehr*innen zusammen mit dem Referenten Sabour Zamani (Diplom-Pädagoge, seit über 30 Jahre als sozialpädagogischer Familienhelfer und Amtsbetreuer in Berlin tätig) über das Phänomen der Massenflucht aus Afghanistan. Folgende Fragen wurden ausdiskutiert: Wie verlaufen die Integrationsprozesse der geflüchteten Menschen in Deutschland? Welche Hindernisse stehen Geflüchteten im Wege, die ihre Teilnahme an politischer Bildung und am aktiven gesellschaftlichen Leben in Deutschland verhindern? Welche Auswege aus der Isolation gibt es? Was können wir dafür tun?

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