22.04.2020 | Projekt AIPol:Die 2. Beiratssitzung im Rahmen des Projekts „Politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft: Migrant*innenorganisationen als Träger aufsuchender interkultureller politischer Bildung.“ (AIPol) fand statt.

Am 22. April 2020 fand die 2. Beiratssitzung des Projekts AIPol statt.

Trotz der Coronakrise konnten wir nun alle Maßnahmen des Projektes auf allen Ebenen erfolgreich digitalisieren und fortsetzen. Die lobenden Worte von Frau Olma aus dem Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, die schnelle Reaktion des BVRE auf die Lage gelte im Arbeitsstab als ein sehr gutes Beispiel, möchten wir an alle Teilnehmer*innen der Beiratssitzung richten und uns für die zahlreiche Präsenz bedanken.

An der vom BVRE-Beiratsmitglied Victor Ostrovsky moderierten Videokonferenz nahmen Vertreter*innen folgender Organisationen teil:

  1. Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  2. AVP e.V.
  3. Bund der Spanischen Elternvereine in der BRD e.V.
  4. Bundesverband der Griechischen Gemeinden in Deutschland e.V.
  5. Initiative Daj Znak
  6. DIAMANT e.V.
  7. Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.
  8. MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen
  9. Mozaik gGmbH /BINEMO
  10. Pan-African Women’s Empowerment & Liberation Organisation (PAWLO) e.V.
  11. Polnischer Sozialrat e.V.
  12. Quarteera e.V.
  13. Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.
  14. Vereinigung Aserbaidschanischer Studierender und Wissenschaftler e.V.
  15. Zentralverband der Ukrainer in Deutschland e.V.

 

Projekt_AiPol_22-04-2020

Nachdem der Projektleiter Prof. Dr. Hanovs das Projekt kurz vorstellte, erwähnte er dessen Oberziele: Förderung der kompetenten Teilhabe der Migrant*innencommunities und Bildung einer Allianz der Verbände für die nachhaltige Demokratie in Deutschland. Das Team berichtete über den aktuellen Stand des Projektes: bis 22. April wurden zwölf Sensibilisierungstreffen im Rahmen des Projekts sowie erster Teil der ersten Multiplikator*innenschulung mit neunzehn Teilnehmer*innen durchgeführt. Die Themen bei der Schulung waren Erinnerungskultur, politische Teilhabe und Gender, Vielfalt und Inklusion. Im Juni findet der zweite Teil der Multiplikator*innenschulung zum Thema Medienkompetenz statt. Lokale Maßnahmen werden schon jetzt aktiv vorbereitet.

Die Diskussionsrunde wurde mit der Thematisierung profunder Fragen gestartet. Wie wird das Leben in und nach Covid-19 die deutsche Gesellschaft prägen? Welche Risiken für die nachhaltige Demokratie in Deutschland wird es geben? Wie kann man die Vielfalt und Inklusion fördern?

Dazu gab es seitens der Teilnehmer*innen viele Überlegungen; unter anderem die folgenden:

  • Es kann sein, dass die Menschen auch nach den Lockerungen der Maßnahmen sich nicht trauen, Veranstaltungen zu besuchen.
  • Aufgrund der wachsenden Arbeitslosigkeit können die Spaltungen in der Gesellschaft größer werden.
  • Folgende Themen müssen behandelt werden und werden bereits behandelt: häusliche Gewalt aufgrund der Isolation, der Wert und die Einschränkungen der Freiheit, gesteigerte Solidarität und Bereitschaft zur Selbsthilfe.
  • Medienkompetenz unter dem Aspekt von Fake News in Zeiten von Corona ist ein wichtiges Thema.
  • Bildungsrückstand wird Familien treffen, die ohnehin nicht bildungsnah sind und weniger Unterstützungsmöglichkeiten für ihre Kinder haben.
  • Es muss verhindert werden, dass die Populisten die Krise dazu nutzen, die Gesellschaft weiter zu spalten.
  • MOs müssen aktiver in den Dialog-Projekten werden, damit Minderheiten mit der Mehrheitsgesellschaft einen Dialog finden. Das würde den Zusammenhalt der Gesellschaft gegenüber den rechten Parteien stärken.

Im nächsten Teil der Sitzung präsentierte Prof. Dr. Hanovs die Vision für die Fortsetzung des Projektes ab 2021. Eine davon ist die Bildung einer Allianz von MOs für die nachhaltige Demokratie. Die Teilnehmer*innen reagierten darauf unterschiedlich:  einerseits ist die Allianz der MOs wichtig, passender wäre aber die Form eines Zusammenschlusses wie die Bundesversammlung der MOs, um für alle besser sprechen zu können.

Zum Schluss der Sitzung kommentierte Frau Olma den aktuellen Stand der Mitarbeit des Arbeitsstabs der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit den MOs.

In der heutigen Zeit sei es wichtig, dass auf die Projekte flexibel reagiert werde: neue Formate brauchen mehr Spielraum, auch wenn Projektziele weiterhin erreicht werden müssen.

Das sehen wir auch so und machen unsererseits alles Mögliche, damit alle Prozesse der politischen Bildung mit gleicher Intensität weitergehen. Sie ist in der heutigen Situation sehr notwendig.

Gefördert durch:

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