28.05.2020 | Projekt „ICH BIN DABEI“: „Medizinische Fakes im Internet und in sozialen Medien: Wie erkennt man eine Lüge?“, Gütersloh

Projekt „ICH BIN DABEI“: „Medizinische Fakes im Internet und in sozialen Medien: Wie erkennt man eine Lüge?“, Gütersloh

„Der Infektionsschutz durch Inhalieren mit hochprozentigem Alkohol“, oder „die Einnahme von Ibuprofen verstärkt die Covid-19-Symptome“, oder „Pflanzen­extrakt lässt Pfunde purzeln“ – solche irreführenden  Falschmeldungen kursieren im Internet seit Monaten und wecken verschiedene Emotion bei Menschen. Fake News rund ums Thema Medizin verbreiten sich in den sozialen Medien oft rasanter als die Viren - nicht nur in Zeiten von Pandemien - und können lebensgefährlich sein. Die nötige Aufklärung über den richtigen Umgang mit Informationen und deren Quellen ist daher sehr wichtig.

Am 28. Mai 2020 fand das vierte Treffen im Rahmen des Projekts „ICH BIN DABEI“ zum Thema „Medizinische Fake News im Internet und in sozialen Medien: Wie erkennt man eine Lüge“ mit dem interkulturellen deutsch-russischen Verein Wasilissa e.V. statt. Im online-Workshop zur Medienkompetenz haben wir mit den Teilnehmer*innen des Workshops darüber gesprochen, wie man die Echtheit der Meldungen unterscheidet und wie man selbst nicht zum Opfer von Desinformation in einem solch wichtigen Lebensbereich wie Gesundheit wird.

Vor Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmer*innen gebeten, einige Meldungen zu medizinischen Themen zu sammeln. Zum großen Teil waren es, wie erwartet, die Nachrichten über die Mittel, die angeblich vor der Ansteckung mit Covid-19 schützen sollen bzw. die Krankheit heilen können. Viele davon ähneln Verschwörungstheorien.

Die Referentin – erfahrene Journalistin und Mediatrainerin Olga Kaplina – gab den Teilnehmer*innen praktische Ratschläge, wie man die Qualität von Nachrichten und die Zuverlässigkeit der Quellen einschätzen kann. So sollte man Meldungen, die sehr pauschale Aussagen oder extreme Heilsversprechen, übertriebene Zahl von Fachbegriffen, unzählige Ausrufezeichen, fehlende Angaben zu Quellen bzw. zum Autor oder die Bitte um Weiterleitung enthalten, mit Skepsis begegnet werden.

Speziell für das Training wurden zahlreiche Nachrichten zu Gesundheitsthemen entwickelt, zu denen Informationen über reale Ereignisse hinzugefügt wurden. Anhand dieser Beispiele haben die Teilnehmer*innen versucht, herauszufinden, ob eine Nachricht ein Fake ist oder nicht. Im Laufe aktiver Diskussion wurde offensichtlich, wie schwierig es manchmal sein kann, eine Lüge von der Wahrheit zu unterscheiden. Die Teilnehmer*innen wurden außerdem mit den Werkzeugen vertraut gemacht, die es erlauben, die Authentizität der Fotos und die Zeit der Publikation zu bestimmen und die Informationsquellen im Internet zu überprüfen.

Abschließend waren sich alle Teilnehmer*innen einig, dass ein erster und oft ausreichender Schutz vor Fakes, Desinformation und Manipulation zum gesunden Menschenverstand und kritischen Denken gehören. Diese können aber nur in einer offenen und aktiven Diskussion entwickelt werden.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „ICH BIN DABEI“ (Modellprojekt „Teilhabe lernen: Förderung des bürgerschaftlichen Engagements unter Russischsprachigen in Deutschland“) statt, gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI).

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