29.02.2020 | Projekt "ICH BIN DABEI": Workshop „Information und Fake im Internet: was wir glauben können und was nicht?“ in Berliner Verein Wissensturm e.V.

Das Selfie von Anas Modamani – einem syrischen Flüchtling – mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2015 ging um die Welt. Seine Fotomontagen wurden auf Facebook hunderte Male für Fake News genutzt und verbreitet. Er wurde als Terrorist diffamiert und immer wieder in Verbindung mit Straftaten oder Bombenattentaten in Brüssel gebracht. Gegen entfremdete Bilder und deren Auswirkung auf sein Leben und Karriere musste er sogar vor Gericht kämpfen.

Solcher Beispiele gefälschter und manipulierter Informationen gibt es im Internet extrem viele. Sie betreffen alle Bereiche unseres Lebens: Gesundheit, Politik, Kultur.

Am 29. Februar 2020 auf einem Workshop „Information und Fake im Internet: was wir glauben können und was nicht?“ in Berliner Verein Wissensturm e.V. hat Mediatrainerin und Journalistin Olga Kaplina erklärt, wie man die Wahrheit von Fake unterscheidet und wie man selbst nicht zum Opfer und Verbreiter von Desinformation wird.

Die große Gefahr von Fake News besteht darin, dass die meisten von ihnen darauf zielen, Emotionen auszulösen und somit kurzfristig oder langfristig unsere Meinungen und Handlungen zu beeinflussen. Ein kritischer und bewusster Umgang mit den Medien ist daher essenziell.

Anhand von mehreren plakativen Beispielen, die in den digitalen Medien (wiederholt) kursieren, haben die Teilnehmer*innen gelernt, die Echtheit von Nachrichten und Fotos zu analysieren und die Quellen auf deren Zuverlässigkeit und Seriosität zu überprüfen. Mithilfe von speziellen Services und Logik haben die Teilnehmer*innen versucht herauszufinden, ob die vorhandenen Informationen wahr sind oder nicht, ob die Fotos echt sind oder manipuliert wurden, ob die Ereignisse tatsächlich so geschahen, als geschildert, oder gefälscht dargestellt wurden, um die Menschen zu irreführen.

Mit großem Interesse haben die Teilnehmer*innen die Beispiele aufgenommen, wie die offiziellen Statistiken z.B. über Kriminalität von Migranten oder Prozentsatz bei der Rente fehlinterpretiert werden, um sie politisch zu instrumentalisieren bzw. die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Die erworbenen Handfertigkeiten ermöglichen den Teilnehmer*innen Inhalte zu analysieren und Ihre Entscheidungen auf der Grundlage geprüfter Informationen zu treffen. Abschließend waren sich alle Teilnehmer einig, dass ein erster und oft ausreichender Schutz vor Fakes, Desinformation und Manipulation gesunder Menschenverstand und kritisches Denken sein können.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Teilhabe lernen: Förderung des bürgerschaftlichen Engagements unter Russischsprachigen in Deutschland“ unter Unterstützung von BAMF statt.

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