NASCH DOM - ein Projekt zur Verbesserung der Versorgung russischsprachiger Demenzkranker

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Zielgruppen

• Russischsprachige Demenzkranke: Abbau von Barrieren, gleichberechtigter Zugang  zu Versorgungsangeboten und Entwicklung kultursensibler Versorgungskonzepte

• Pflegende Angehörige und Familien: Information, Beratung und Entlastung, Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

• Migrantenselbstorganisationen (MSO): Erweiterung ihrer Arbeit im Hinblick auf Seniorinnen und Senioren, Eröffnung neuer Beschäftigungsfelder, Stärkung ihrer Rolle als Koordinatoren und Vermittler, Einbindung bürgerschaftlichen Engagements

• Seniorenorganisationen: Interkulturelle Öffnung, Mitwirkung in Tandemprojekten mit Migrantenorganisationen

• Altenhilfe und ambulante Pflegedienste: Interkulturelle Öffnung, Hilfe beim Zugang zur wachsenden Gruppe älterer Migranten und bei der Gewinnung von Beschäftigten mit Migrationshintergrund, partnerschaftliche Entwicklung von Angeboten

• Kommunen: Vernetzung von Altenhilfe und Migrantenhilfe, Steuerung und Sicherung von bedarfsgerechten Versorgungs-
angeboten (dringlicher bei hohem Anteil der älteren Migrantenbevölkerung)

• Weitere: z.B. Einbezug von Wohnungsunternehmen bei der Entwicklung von Wohnangeboten (z.B. Demenz WGs) und quartiersnahen Dienstleistungsangeboten

 

Projektbausteine

I. Bundesweite Vernetzung, Information und Öffentlichkeitsarbeit

• Vernetzung der Akteure aus Seniorenarbeit, Altenhilfe und Migrantenorganisationen

• Sammlung bestehender Initiativen zu demenzkranken Migrantinnen und Migranten

• Sensibilisierung für die Belange russischsprachiger Demenzkranker und ihrer Familien

• Information der Migrantenorganisationen über das Thema Demenz

II. Qualifizierung von Multiplikatoren aus den Migrantenorganisationen

• Schulung von Multiplikatoren aus lokalen Migrantenorganisationen zu den Themen Pflege, Demenz, Versorgungskonzepte und Netzwerkarbeit

• Förderung des Erfahrungsaustauschs zwischen den Teilnehmenden aus verschiedenen Kommunen

III. Vernetzung und Aufbau von Versorgungsstrukturen in Beispielkommunen

• Auswahl von Beispielkommunen, in denen Migrantenorganisationen und etablierte Akteure gemeinsam an der Verbesserung der Versorgungsstrukturen vor Ort arbeiten

• Konzeptionelle und organisatorische Unterstützung der Migrantenorganisationen beim Aufbau von Kooperationen und bei der Entwicklung bedarfsgerechter Angebote vor Ort

• Hierzu zählen z.B. Beratungs- und Informationsangebote, niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote oder die Entwicklung von passgenauen Wohnkonzepten

Ausgangslage

Die Erfahrung zeigt, dass der Zugang älterer Migrantinnen und Migranten zu den vorhandenen Versorgungs- und Angebotsstrukturen im Falle von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit vielfach noch unzureichend ist. Besonders problematisch stellt sich dies bei demenzkranken Migranten dar. Vielerorts fehlen geeignete kultursensible und muttersprachliche Therapie-, Wohn- und Versorgungskonzepte. In der Folge sind die Familien häufig mit der Versorgung und Betreuung ihrer Angehörigen allein gelassen und besonders belastet.

Da russischsprachige Migranten mit über 500.000 bundesweit – derzeit noch vor Türkinnen und Türken – die mit Abstand größte Gruppe unter allen über 65-jährigen Migranten stellen, wurden sie (zunächst) als Zielgruppe des Projekts ausgewählt.

Ziele des Projektes

• die Stärkung der Kooperation von Migrantenorganisationen der Russischsprachigen mit den bestehenden Akteuren der Seniorenarbeit und Pflege

• die Eröffnung neuer Beschäftigungsfelder für Migrantenorganisationen im Bereich Seniorenarbeit und Pflege und Einbindung von muttersprachlichen Ehrenamtlichen

• die Schaffung von kultursensiblen und bedarfsgerechten Versorgungs-, Beratungs- und Entlastungsangeboten in Beispielkommunen.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

NASCH DOM - ein Projekt zur Verbesserung der Versorgung russischsprachiger Demenzkranker