Als größte Vereinigung innerhalb der russischsprachigen Zivilgesellschaft in Deutschland setzt sich der Bundesverband russischsprachiger Eltern für politische Bildung zu migrationsbezogenen Themen ein. Seit April 2015 ist der BVRE ein von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) anerkannter Bildungsträger. Und seit November 2015 führt er sein erstes großes politisches Bildungsprojekt durch. Im Sinne der partizipativen Demokratie entwickelt der BVRE dabei ein Modellprojekt, das Migranten/innen befähigen soll, ihre Probleme weitgehend eigenständig und im demokratischen Dialog zu lösen. Mit diesem Vorhaben beabsichtigt der BVRE die Attraktivität politischer Bildungsangebote nicht nur für Russischsprachige, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund zu steigern. Dafür entwickelt er mehrere inhaltlich verbundene Angebote, die sich auf lebensweltorientierte politische Themen beziehen und in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsvereinen des Verbandes entwickelt und durchgeführt werden.

Im Jahr 2016 werden im Rahmen des Projekts ungefähr 20 Veranstaltungen bundesweit durchgeführt. Dabei werden drei politische Aspekte der Migration und Integration angesprochen:

1. Ängste und Vorurteile, die durch Migration verursacht sind, und die zu einer nachhaltigen Spaltung der Gesellschaft führen können

2. Beziehungen zwischen schon seit langer Zeit in Deutschland lebenden und „neuen“ Migranten bzw. Flüchtlingen

3. Kritischer Umgang mit Medienberichten über internationale Konflikte, speziell die Beziehungen zwischen der EU und Russland betreffend

Die konkreten Bildungsangebote variieren je nach Ort, wo sie durchgeführt werden. Die Vereine des BVRE entwickeln jeweils verschiedene Formate wie: politisches Theater, literarische Lesungen und thematische Ausstellungen. In jedem Fall ist es das Ziel, unterschiedliche Meinungen darzustellen und das Publikum für kritische und auch kontroverse Betrachtungsweisen von politischen Themen zu begeistern.