Am 1. Januar 2018 startete ein neues Modellprojekt „Russischsprachige im Netz gegen Fremdenfeindlichkeit (RING-F)“. Das Projekt wurde vom Bundesverband russischsprachiger Eltern e.V. initiiert und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ voraussichtlich für 2 Jahre gefördert.

Das Projekt „Russischsprachige im Netz gegen Fremdenfeindlichkeit“ (RING-F) ist eine Umsetzung der seit einem Jahr bestehenden Dialogplattform des Bundesverbandes russischsprachiger Eltern für politikferne Jugendliche aus russischsprachigen Familien. Zurzeit gibt es noch keine attraktiven Onlineangebote für diese Zielgruppe, in denen politische Diskussionen auf demokratische Weise geführt werden, die ein Gegengewicht zum Populismus darstellen und Fremdenfeindlichkeit kritisieren. 

Das Projekt RING-F reagiert auf diese Herausforderungen mit einem innovativen Onlineformat des Politainments in russischer Sprache. Ganz konkret entwickelt das Projektteam einen über YouTube verbreiteten Videoblog, auf dem die russischsprachigen Jugendlichen selbständig einen kritischen Dialog zur Situation im multinationalen Deutschland mit anderen Jugendlichen entwickeln und gestalten. Damit wird die Resilienz der Zielgruppe gegen Fremdenfeindlichkeit, Hassreden und Verschwörungstheorien gestärkt.

Die Probleme, die das RING-F zu lösen versucht, betreffen nicht ausschließlich russischsprachige Jugendliche. Es steht zu vermuten, dass mehrere Communities in der postmigrantischen Gesellschaft Deutschlands ähnliche Defizite aufweisen. Die Ergebnisse des Projektes sollen den mit anderen Migrantinnen- und Migrantencommunitys arbeitenden Trägern ebenfalls helfen, „ihre“ politikfernen Jugendlichen effektiv zu erreichen und Resilienz gegen Fremdenfeindlichkeit aufzubauen.

Handlungskonzept

Konkret soll den Jugendlichen eine Kombination mehrerer Formate angeboten werden, um sie für eine demokratische Politik zu interessieren, sodass sie sich in einem nächsten Schritt sogar dafür engagieren. Auf der einen Seite sollen Videobloggerinnen und -blogger über ihre Erfahrungen und Lebenssituationen sowie Events von Politik und Gesellschaft unterhaltsam, aber objektiv berichten. Auf der anderen Seite sollen kontroverse Diskussionen in kleinen Talk-Shows und Video-Dialogen zum Einsatz kommen, bei denen die Teilnehmenden unterschiedliche politische Themen und Phänomene deuten .Zahlreiche Beispiele aus der Blogosphäre –belegen das Potenzial dieser Formate für eine wirksame politische Aufklärung und die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements.

Darüber hinaus wird mit hohen Synergieeffekten durch die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen und politischen Akteuren gerechnet, die an der Dialogplattform BVRE bereits aktiv teilnehmen. Dort treffen sich russischsprachige Vertreterinnen und Vertreter der Parteien, prominente Akteurinnen und Akteure der zivilgesellschaftlichen Szene, Journalistinnen und Journalisten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das online entwickelte demokratische Denken kann so in die Offlinediskussion einfließen, und umgekehrt können Offlinediskussionen in einem weiteren Kreis online erprobt und multipliziert werden.

http://www.demokratie-leben.de