Allgemeine Info „Russisch im Kontext. Impulse für den Unterricht“

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Die fünfteilige Publikationsreihe „Russisch im Kontext. Impulse für den Unterricht“ wurde von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben. Über viele Jahre wurde Russland in Europa häufig idealisiert wahrgenommen. Traditionelle Kulturvorstellungen und historische Erzählungen überdeckten dabei kritische Aspekte wie machtpolitische Kontinuitäten und autoritäre sowie imperialistische Strukturen. Dadurch wurden politische Entwicklungen lange Zeit nicht ausreichend ernst genommen. Spätestens seit der russischen Vollinvasion in die Ukraine ist klar geworden, dass eine kritische und realistischere Einordnung notwendig ist – auch im Bildungsbereich.

Die Publikationen richten sich an Lehrkräfte, Multiplikator*innen und alle, die Russischunterricht zeitgemäß und gesellschaftlich eingebettet gestalten möchten. Die Hefte verbinden Sprachvermittlung mit aktuellen politischen, historischen und kulturellen Fragestellungen rund um Russland, die Ukraine und weitere Länder des postsowjetischen Raums, vor allem unter Berücksichtigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Die Reihe leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer verantwortungsvollen sprachlichen und politischen Bildung und stärkt zugleich die interkulturelle Kompetenz im Russischunterricht.

Heft 1

Sprache und Macht. Imperiale Kontinuitäten in Russland.

Das erste Heft der Reihe „Russisch im Kontext – Impulse für den Unterricht“ trägt den Titel „Sprache und Macht. Imperiale Kontinuitäten in Russland“. Es beleuchtet, wie eng Sprache, Geschichtspolitik und machtpolitische Ansprüche des heutigen Russlands miteinander verknüpft sind, und hinterfragt kritisch das Konzept der „Russki Mir“. Anhand historischer und aktueller Beispiele – unter anderem aus dem postsowjetischen Raum – zeigt das Heft, wie russische Sprache als Instrument politischer Einflussnahme genutzt wird. Damit bietet es Lehrkräften wichtige Anregungen für eine machtkritische und dekolonisierende Auseinandersetzung mit dem Russischunterricht.

Heft 2

Facetten nationaler Identität. Die Ukraine

Das zweite Heft mit dem Titel „Facetten nationaler Identität. Die Ukraine“ knüpft inhaltlich an das erste an und führt dessen Perspektive zeitlich weiter. Es zeigt am Beispiel der seit 1991 unabhängigen Ukraine, wie Russland sprach- und identitätspolitische Argumente einsetzt, um neoimperiale Ansprüche zu legitimieren, und wie sich die ukrainische Gesellschaft dem bewusst entgegenstellt. Zugleich wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit und die bewusste Abgrenzung von Russland eine wichtige Rolle in der Entwicklung sprachlicher, kultureller und nationaler Identität der Ukraine spielt. Spätestens seit Beginn der russischen Vollinvasion gegen die Ukraine hat der Prozess der Abgrenzung vom Russischen eine neue Intensität erreicht. Das Heft bietet Lehrkräften vielfältige Impulse, um Geschichtspolitik, Sprachenvielfalt und Musik als Ausdruck eines freien, pluralen und selbstbewussten Landes im Unterricht zu thematisieren.

Heft 3

Diversität unter Druck. Ethnische und sprachliche Vielfalt in Russland

Das dritte Heft der Reihe „Russisch im Kontext – Impulse für den Unterricht“ trägt den Titel „Diversität unter Druck. Ethnische und sprachliche Vielfalt in Russland“. Es beleuchtet die große ethnische und sprachliche Vielfalt der Russischen Föderation mit über 120 Sprachen in nationalen Republiken und autonomen Regionen, die seit 1991 existiert. Gleichzeitig zeigt es auf, wie der autoritäre Staat durch schrittweise Sprachpolitik – von der Zwangskyrillisierung 2002 über das einheitliche Staatsexamen 2007 bis hin zum Bildungsgesetz 2012 – nicht-russische Sprachen marginalisiert und russische Dominanz durchsetzt. Angesichts dieses Drucks hebt das Heft die Kreativität indigener Gruppen hervor, die für Erhalt ihrer Sprachen und Identitäten kämpfen. Damit liefert es Lehrkräften wertvolle Impulse für eine kritische Auseinandersetzung mit Russlands Homogenisierungsstrategien im Unterricht.

Heft 4

Entlarvt. Wie russische Propaganda Tatsachen verzerrt

Im vierten Heft mit dem Titel „Entlarvt. Wie russische Propaganda Tatsachen verzerrt“ werden die Mechanismen russischer Propaganda und Desinformation analysiert, die seit der großflächigen Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 verschärft wurden, um den Angriffskrieg innen- und außenpolitisch zu legitimieren. Besonders die Instrumentalisierung der Erinnerungspolitik zum „Großen Vaterländischen Krieg“ wird beleuchtet, etwa durch Narrative von „Entnazifizierung“ oder den angeblichen Verteidigungskrieg gegen die NATO. Das Heft zeigt, wie der Kreml durch totale Medienkontrolle – inklusive Zensurgesetze mit Haftstrafen bis zu 15 Jahren für kritische Kriegsberichterstattung – die öffentliche Meinung manipuliert. Lehrkräften bietet es praxisnahe Materialien zur Förderung kritisches Denkens und Medienkompetenz bei Schüler*innen.

Heft 5

Manipulation im Netz. Kanäle russischer Desinformation

Im fünften und somit dem letzten Heft der Reihe geht es darum, wie prorussische Akteure soziale Medien wie Facebook, X oder TikTok nutzen, um Falschinformationen zu erzeugen und zu verbreiten – etwa durch gefälschte Accounts, Trolle und Kampagnen wie den „Fall Lisa“ oder Bedrohungsszenarien zur Migration. Besonders seit der Vollinvasion 2022 dienen diese Strategien der Delegitimierung westlicher Unterstützung für die Ukraine und der Schürung gesellschaftlicher Spaltungen. Das Heft mit dem Titel „Manipulation im Netz. Kanäle russischer Desinformation“ sensibilisiert für die Risiken digitaler Manipulation und vermittelt Lernenden Werkzeuge, um Quellen kritisch zu prüfen und Medienkompetenz aufzubauen.

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