April im BVRE: Dialog, Erinnerung und Teilhabe

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Im April führten Mitgliedsorganisationen des BVRE e.V. Gespräche mit Politiker*innen, thematisierten Teilhabe und gleiche Rechte, schufen Räume für Erinnerung, Kultur und Bildung sowie Orte für Austausch, Unterstützung und Begegnung.

Makosa e.V. nahm am tazlab teil — einem großen eintägigen Medienkongress der Berliner Tageszeitung taz. Die Veranstaltung dient als öffentliches Forum für Debatten zu gesellschaftspolitischen Themen wie Klimawandel, soziale Gerechtigkeit und Demokratie. Max Gede und Yuriy Krotov stellten spielerische Formate der politischen Bildung vor, die in unterschiedlichen Zielgruppen eingesetzt werden können. Diese Formate wurden im Rahmen von Projekten des BVRE e.V. entwickelt und eingeführt. Heute setzt Makosa diese spielerischen Methoden weiter ein und entwickelt sie weiter, um politische Bildung zugänglicher und partizipativer zu gestalten.

Club Dialog e.V. nahm an einem Austauschtreffen der Berliner Migrantenorganisationen mit dem Staatssekretär der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung Max Landero teil. Ziel des Treffens war es, die Probleme, Herausforderungen und Bedarfe von Migrantenorganisationen direkt an die Politik heranzutragen. Die Teilnehmenden diskutierten die Migrationspolitik Berlins sowie die strukturelle Unterstützung von Migrantenorganisationen.

Der Verein WESNA beteiligte sich an der symbolischen Oberbürgermeisterwahl in Freiburg. Die offizielle Wahl fand am 26. April statt, teilnehmen konnten nur Bürger*innen Deutschlands und der EU, die in der Stadt leben. Gleichzeitig hat jede*r sechste Freiburger*in kein solches Wahlrecht — und damit keine Stimme. Die symbolische Wahl macht auf diese Situation aufmerksam.

Die Aktion „Wer hier lebt, gehört dazu!“ gab Menschen mit Migrationsgeschichte die Möglichkeit, ihre Position sichtbar zu machen und ein Zeichen für mehr Teilhabe zu setzen.

Erfolg Köln e.V. nahm an einer Veranstaltung zum 40. Jahrestag der Tragödie der Tschernobyl-Katastrophe teil. Für viele Menschen aus den ehemaligen Staaten der Sowjetunion bleibt Tschernobyl ein prägendes und schmerzhaftes Datum – Teil der persönlichen, familiären und kollektiven Erinnerung. Die Veranstaltung fand im VHS-Forum Köln statt und war den Erinnerungen, den Folgen der Katastrophe sowie den Lebenswegen der Menschen nach Tschernobyl gewidmet. Unter den Teilnehmenden waren Zeitzeug*innen, Betroffene, Expert*innen, ein Liquidator aus der Feuerwehr sowie Frauen, die sich damals in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes befanden.

Die russischsprachigen Demokrat*innen aus Sachsen organisierten gemeinsam mit dem Zentrum für Demokratieentwicklung in Dresden eine Vorführung des Films „Häftlinge: System des Terrors“, der sich mit Repressionen, Verschleppungen und Folter in den besetzten Gebieten der Ukraine beschäftigt. Im Anschluss fand eine offene Diskussion mit der Europaabgeordneten Anna Cavazzini, der Autorin des Films Jewgenija Tschyrykowa, dem ehemaligen Zivilgefangenen Oleksandr Tarasov sowie Angehörigen ukrainischer Zivilgefangener statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Schicksale von Menschen, die rechtswidrig in russischen Gefängnissen und Isolationshaft festgehalten werden, sowie Berichte über systematische Gewalt und das Verschwinden von Personen in den besetzten Gebieten. Angehörige der Gefangenen berichteten über jahrelange Ungewissheit, fehlenden Kontakt und ihren Einsatz für die Freilassung ihrer Familienmitglieder.

KreAktiv e.V. lud die Bewohner*innen von Hanau ein, gemeinsam Nauryz zu feiern — ein Fest des Neuanfangs, das in vielen Ländern des Ostens, darunter auch in Kasachstan, begangen wird und für viele nach Deutschland zugewanderte ethnische Deutsche eine besondere Bedeutung hat. Im Programm standen der Auftritt des Vokalkollektivs FAINI, eine Lesung von Artem Kuyda sowie ein traditioneller Dastarkhan, der Raum für Begegnung und Austausch bot. Mit einem Grußwort wandte sich der Bürgermeister von Hanau Maximilian Bieri an die Gäste. Die Veranstaltung fand mit Unterstützung des Konsulats der Republik Kasachstan statt und zeigte, wie kulturelle Traditionen Menschen zusammenbringen und Gemeinschaft stärken.

Das Kinder- und Elternzentrum Kolibri e. V. nahm an der jährlichen Konferenz „DD-Lena: Dresden lernt nachhaltige Entwicklung“ teil. Die Konferenz ist Teil eines gleichnamigen Projekts, das in Dresden im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN bis 2030 umgesetzt wird. Das Programm umfasste inspirierende Beiträge, Diskussionen und Workshops. Die Geschäftsführerin Kristina Daniels stellte den Verein und seine Arbeit vor. Kolibri e. V. zeigt in seiner Arbeit, wie Themen wie nachhaltige Entwicklung, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung praktisch umgesetzt werden.

Dialog – Respekt – Gemeinwohl Göttingen e.V. organisierte in den Ferien ein Frühlingscamp für Kinder. Teilgenommen haben Kinder, die regelmäßig die Kurse des Vereins besuchen und an seinen Projekten beteiligt sind. In den Ferien wurde das Programm bewusst leichter und abwechslungsreicher gestaltet: mit mehr Spielen, Ausflügen, Spaziergängen, kreativen Angeboten und Zeit für Austausch.

Es war eine Zeit, in der Kinder ohne Druck lernen, sich besser kennenlernen und mehr Sicherheit in einer neuen Umgebung gewinnen konnten.

Quarteera e.V. feierte sein 15-jähriges Bestehen im Reforum Space Berlin. Quarteera e.V. ist eine deutsche gemeinnützige LGBTIQ* Organisation, die seit 2011 mit Geflüchteten und Migrant*innen aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus arbeitet. Zur Feier kamen Freund*innen, Teilnehmende und Partner*innen der Organisation zusammen. Der Abend verlief in einer warmen Atmosphäre — mit Gesprächen, gemeinsamen Erinnerungen und Austausch — und bot Anlass, auf den Weg zurückzublicken, den die Community in diesen Jahren gegangen ist.

Bilder: Makosa e.V. (Tazlab26_StefanieLoos), RDD e.V., DRG Göttingen e.V., Kolibri e.V. (Copyright Fotos: Deutsche UNESCO-Kommission / Katja Hentschel), Erfolg e.V., Club Dialog e.V., KreAktiv e.V., WESNA e.V., Quarteera e.V.