Juli 2026 beim BVRE: Unterstützung für Eltern, Ferienerlebnisse für Kinder
Der Juli 2026 war in Deutschland ungewöhnlich heiß. Das hielt Eltern jedoch nicht davon ab, aktiv an Seminaren und Aktionen der BVRE-Mitgliedsorganisationen teilzunehmen. Für Kinder organisierten Migrant*innenorganisationen echte Ferienabenteuer: Camps am Meer, Lagerfeuer, Theaterworkshops und einen ganzen Tag ohne digitale Geräte.
Club Dialog e.V. veranstaltete in Berlin ein Treffen für Frauen mit Migrationsgeschichte. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich LinkedIn von einem langweiligen Online-Lebenslauf in ein wirksames Instrument für die Jobsuche verwandeln lässt. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Frauenpower in Mitte“ statt. Mehr als 30 Teilnehmerinnen erfuhren, wie Recruiter*innen nach Kandidat*innen suchen und warum ein professionell gestaltetes Profil manchmal mehr bewirken kann als zehn Bewerbungen.
Besprochen wurde auch, wie sich berufliche Erfahrungen so präsentieren lassen, dass sie bereits in den ersten Zeilen Aufmerksamkeit wecken und zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch führen. Auf einem neuen Arbeitsmarkt zählen häufig nicht nur Qualifikationen, sondern auch Sichtbarkeit – und auch diese lässt sich erlernen.
Brücken e.V. brachte in Erlangen Pflegefachkräfte mit ausländischem Abschluss zu einer Informationsveranstaltung über die Anerkennung ihrer Qualifikationen zusammen. Die Veranstaltung zeigte beispielhaft, wie gezielt Migrant*innenorganisationen Menschen erreichen können, die ein bestimmtes Angebot benötigen. Pflegekräfte werden dringend gesucht, und unter den Zugewanderten befinden sich viele Menschen mit einer medizinischen Berufsausbildung. Entscheidend ist, wie diese Ausbildung in Deutschland anerkannt werden kann.
Yuliya Jabbari von der MEI Meds Erlangen International GmbH erläuterte den Teilnehmer*innen den gesamten Weg: das Anerkennungsverfahren, die erforderlichen Unterlagen, die sprachlichen Voraussetzungen und die Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung. Im Anschluss gab es Raum für persönliche Fragen und individuelle Empfehlungen.

Freies Russland NRW e.V. nahm am Cologne Pride teil, einer der größten Pride-Veranstaltungen Europas. Für die Organisation ist dies mehr als eine Solidaritätsaktion: In Russland werden Angehörige der LGBT+-Community entlassen, festgenommen, strafrechtlich verfolgt und zur Ausreise gezwungen. Deshalb hält es Freies Russland NRW e.V. für wichtig, dort darüber zu sprechen, wo diese Stimmen gehört werden.
Die Kolonne der Organisation wurde von den Zuschauer*innen herzlich empfangen. Viele erkundigten sich nach ihrer Arbeit und fotografierten die Plakate. Ein Zuschauer bat sogar darum, ein Plakat behalten zu dürfen, und spendete als Zeichen seiner Unterstützung. Immer wieder schlossen sich Landsleute der Kolonne an – in diesem Jahr besonders viele – und gingen unter dem Motto „Freiheit für Russland!“ einen Teil der Strecke mit.

Quarteera e.V. beteiligte sich am Berliner Pride, der unter dem Motto „Haltung ist hot“ stand. Auf dem Truck der Organisation trat die Band AloeVera auf. Die Gruppe vereinte Aktivist*innen, Verbündete und Partnerorganisationen. Quarteera e.V. betonte, nicht nur für die eigene Sichtbarkeit auf die Straße gegangen zu sein, sondern auch für diejenigen, die noch nicht bereit sind, offen für sich einzustehen.
Überschattet wurde der Tag von einem islamistischen Terroranschlag während der abendlichen CSD-Veranstaltungen. Quarteera e.V. erklärte sich solidarisch mit den Betroffenen und ihren Angehörigen und betonte: Hass darf Menschen nicht das Recht nehmen, offen, würdevoll und ohne Angst zu leben.
Foto: Johannas Pol.
AVP e.V. (Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V.) organisierte gemeinsam mit der US-amerikanischen Partnerorganisation United Help Ukraine im Rahmen des Projekts Ukraine-Hilfe Düsseldorf eine umfangreiche Hilfslieferung nach Tscherniwzi, der ukrainischen Partnerstadt Düsseldorfs. Die Unterstützung kommt vor allem Kindern und Jugendlichen zugute.
Beim Verpacken der Hilfsgüter halfen der Düsseldorfer Bürgermeister Josef Hinkel und die US-Generalkonsulin Preeti V. Shah. Dank einer großzügigen Spende der Haubrich Stiftung konnte außerdem medizinische Ausstattung für das Kinderkrankenhaus in Tscherniwzi angeschafft werden.

Sommer mit Freund*innen, Spiele, Wettbewerbe und Lieder zur Gitarre am Lagerfeuer. Dank der Mitgliedsorganisationen des BVRE können viele Kinder mit Migrationsgeschichte einen solchen Sommer erleben. Feriencamps sind ein besonderer Teil unserer Arbeit.
Das Integrations-Bildungszentrum Planeta e.V. organisierte ein internationales Camp in Griechenland. Zu der Jugendgruppe aus Deutschland kamen Teilnehmer*innen aus den USA hinzu.
So entstand ein interkultureller Sommer mit neuen Freundschaften und einer gemeinsamen Sprache, die nicht nur Deutsch war.
Das Team von de.Perspektive e.V. veranstaltete für 60 Personen ein Sommercamp in Bulgarien. Tänze, Wettbewerbe und engagierte Betreuer*innen sorgten für eine so schöne Atmosphäre, dass sich am Ende niemand verabschieden wollte.

Fantasy e.V. aus Wuppertal widmete sein Ferienprogramm dem Thema „Kreative Sommerferien – Theater, Kunst und Kultur“. Auf dem Programm standen Ausflüge, kreative Workshops sowie Einblicke in die Welt des Films und Theaters.
Ein besonderer Höhepunkt war ein Workshop zur Bühnensprache mit dem bekannten ukrainischen Schauspieler Mykola Romashko. Die Kinder arbeiteten mit Texten, erzählten Geschichten und Fabeln und übten, vor Publikum aufzutreten. Besuche im Filmmuseum Düsseldorf und im Kulturzentrum Gaskessel in Wuppertal ergänzten das Programm.
Dialog – Respekt – Gemeinwohl Göttingen e.V. brachte im Juli Schulkinder zu einem Sommercamp zusammen. Spiele, kreative Projekte, Museums- und Kinobesuche, Handarbeiten und Gespräche über interessante Themen sorgten für ein abwechslungsreiches Programm und vermittelten neue Kenntnisse und Fähigkeiten.
Nach dem Ende des Präsenzcamps ging das Programm online weiter: Bis zum Ende der Ferien blieben die Kinder miteinander in Kontakt, schrieben sich Briefe und verschickten Postkarten.
KreAktive e.V. verbrachte mit einer Gruppe mehrere Tage im Jugenddorf Ahlbeck an der Ostsee. Zum Programm gehörten Baden, Volleyball und Frisbee am Strand, ein Besuch in der OstseeTherme Ahlbeck sowie ein Ausflug ins polnische Świnoujście mit einem Spaziergang entlang der Promenade.
Ein Tag war etwas ganz Besonderes: Am Morgen gaben alle ihre Handys ab. Statt digitaler Geräte standen der Strand, persönliche Begegnungen und kreative Aktivitäten im Mittelpunkt.
Kolibri e.V. in Dresden veranstaltete zu Beginn der Schulferien gleich sieben Feriencamps für Kinder und Jugendliche. Die Teilnehmenden konnten an vielfältigen Angeboten in den Bereichen Malerei, Theater, Film, Englisch, Soroban und Tanz sowie an einem ukrainischen Feriencamp teilnehmen.
Die Feriencamps boten ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Ausflügen, kreativen Aktivitäten und spannenden Entdeckungen. Die Kinder konnten neue Freundschaften schließen, ihr Wissen erweitern und neue Interessen entdecken. Die Ferien gehen weiter, und auch weitere Camps stehen noch bevor.
Fotos: Club Dialog e.V., Kolibri e.V., Freies Russland NRW e.V., AVP – Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V., Quarteera e.V., Deutsche Perspektive e.V., Dialog – Respekt – Gemeinwohl Göttingen e.V., Brücken e.V., Planeta e.V., KreAktive e.V., Fantasy e.V.