Menschen und Projekte: August 2026 im BVRE-Netzwerk
Der Spätsommer war für die Mitgliedsorganisationen des BVRE e.V. ereignisreich: neue Projekte und Begegnungen, Kultur, Jugendarbeit, Jubiläen und Veranstaltungen, die die Arbeit der Vereine weit über ihre eigenen Räume hinaus sichtbar machen.
Club Dialog e.V. war bei einem Musikabend vertreten, zu dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender eingeladen hatten. Die Migrantenorganisationen wurden bei der Veranstaltung von Dr. Natalia Rösler, Geschäftsführerin von Club Dialog e.V., vertreten.
Der Abend widmete sich der Rolle von Kultur für den gesellschaftlichen Dialog und das Zusammenleben. Gemeinsam traten Musiker*innen der Initiative Hangarmusik, des Jazz-Instituts Berlin und der Jungen Deutschen Philharmonie auf. In seiner Rede sprach Frank-Walter Steinmeier über Musik als eine Sprache, die Grenzen überwinden und Verständigung ermöglichen kann. Er betonte, dass musikalische und kulturelle Bildung allen Menschen unabhängig von ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft zugänglich sein sollte.
Natalia Rösler betonte, dass die Einladung zu einer Veranstaltung auf dieser Ebene eine wichtige Anerkennung des Beitrags migrantischer Communities zum gesellschaftlichen und demokratischen Leben Berlins sei.

In Köln führen zwei unserer Mitgliedsorganisationen – Erfolg Köln e.V. und Makosa e.V. – gemeinsam kreative interaktive Treffen durch. Das Projekt wurde von Erfolg Köln e.V. entwickelt und eingeworben, die Workshops werden von den Referenten von Makosa e.V. Yuri Krotov und Max Gede durchgeführt.
Die Teilnehmenden sprechen über Rassismus und Diskriminierung, analysieren Situationen aus dem Alltag und lernen, sicherer darauf zu reagieren. Die Treffen finden im Rahmen des Projekts „Demokratie im Dialog – Handlungskompetenz gegen Rassismus stärken“ statt, das durch das NRW Förderprogramm 2026 unterstützt wird.
Das Kinder- und Elternzentrum „Kolibri“ e.V. beteiligte sich am Fest „Dresden is(s)t bunt“. An einem eigenen Stand konnten Kinder, Jugendliche und Eltern an kreativen Angeboten teilnehmen, die Projekte von Kolibri kennenlernen und über das Leben in einer vielfältigen Stadt ins Gespräch kommen.
„Dresden is(s)t bunt“ bringt jedes Jahr Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit verschiedenen Erfahrungen zusammen. Das Fest bietet Gelegenheit, einander kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, wie eine Stadt aussehen kann, in der unterschiedliche Menschen, Kulturen und Geschichten ihren Platz haben.

KREAKTIV e.V. organisierte für Jugendliche aus Hanau einen Medienworkshop zum Thema Storytelling. Er fand im Jugenddorf Ahlbeck statt. Die Teilnehmenden beschäftigten sich damit, wie man eine Geschichte so erzählt, dass sie von Anfang an Aufmerksamkeit weckt, und wie man Interviews führt, aus denen lebendige Gespräche entstehen. Das Gelernte konnten sie direkt praktisch ausprobieren.
So bereiten sich die Jugendlichen darauf vor, den Podcast „Demokratiewerkstatt und Podcast: Stimmen der Vielfalt in Hanau“ selbstständig zu produzieren – mit Geschichten über ihre Stadt.
Im Günter-Feldmann-Zentrum e.V. in Frankfurt am Main fand eine Ausstellung mit Anime-Kunst statt, in der sowohl klassische Zeichnungen als auch digitale Arbeiten gezeigt wurden. Besonders bemerkenswert: Der Künstler Denis Vilenski (Dilui) ist erst 13 Jahre alt.
Denis lebt in Offenbach, besucht die achte Klasse und beschäftigt sich bereits intensiv mit dem Zeichnen. Er möchte Mangaka und Anime-Künstler werden, entwickelt eigene Figuren und Geschichten und arbeitet an seinem eigenen Manga. Außerdem lernt er Japanisch, um der Kultur, die ihn inspiriert, näherzukommen.
Dialog – Respekt – Gemeinwohl Göttingen e.V. organisierte für Jugendliche einen gemeinsamen Kinobesuch. Auf dem Programm stand der Blockbuster „Odyssee“. Für junge Menschen mit Migrationsgeschichte waren die Themen Heimkehr, Verlust von Wurzeln und die Antikriegsperspektive besonders nah.
Nach dem Film blieb es nicht bei einer gewöhnlichen Diskussion: Die Teilnehmenden griffen zu Homers Büchern – in russischen und deutschen Ausgaben – und begannen, den Originaltext zu lesen. Einige fanden ihn sogar eindrucksvoller als die Verfilmung.
RODNIK e.V. lud Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte zu einem gemeinsamen Bowlingabend in Fulda ein. Beim Spielen kamen die Teilnehmenden schnell miteinander ins Gespräch, lernten sich kennen und verbrachten gemeinsam eine gute Zeit.
Solche Begegnungen helfen Jugendlichen, die Vielfalt ihrer Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen und Ideen für zukünftige Initiativen zu entwickeln. Das Treffen fand im Rahmen des Projekts „RODNIK-Jugend zeigt Fulda: Kreative Perspektiven auf Zusammenleben und Vielfalt“ statt.
Nezabudka e.V. aus Frankfurt am Main feierte ihr 20-jähriges Bestehen. Heute ist Nezabudka an drei Standorten in Frankfurt tätig – in Bockenheim, Nordend und Westend. Seit der Gründung verbindet Nezabudka in ihrer Arbeit Elemente der deutschen und russischen frühkindlichen Bildung.
Einen besonderen Stellenwert hat die Mehrsprachigkeit, die als wichtige Ressource für die sprachliche, persönliche und allgemeine Entwicklung der Kinder verstanden wird.
Kolleg*innen des BVRE gratulierten Nezabudka persönlich zum Jubiläum.
Freies Russland NRW e.V. beendete die Sommersaison mit dem traditionellen Picknick in Köln. Weder Regen noch eine gesperrte Verkehrsverbindung und notwendige Umwege hielten die Teilnehmenden ab: Mehr als 40 Menschen kamen zusammen. Es wurde ein großer gemeinsamer Abend mit Gesprächen, Grillen sowie Begegnungen mit alten und neuen Bekannten. Weitere Picknicks wird es in diesem Jahr voraussichtlich nicht geben, die Veranstaltungen von Freies Russland NRW werden aber in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens fortgesetzt.
Fotos: Club Dialog e.V., Erfolg Köln e.V., Makosa e.V., Kinder- und Elternzentrum „Kolibri“ e.V., KREAKTIV e.V., Günter-Feldmann-Zentrum e.V., Dialog – Respekt – Gemeinwohl Göttingen e.V., RODNIK e.V., Nezabudka e.V., Freies Russland NRW e.V.