„Kommunal aktiv“: Ideen kommunizieren und Unterstützung finden

Redakteurin · 

In Bamberg fand das zweite Seminar des Projekts „Kommunal aktiv“ statt. Es hilft Bürgeraktivist*innen dabei, ihre Initiativen in konkrete Projekte für ihre Städte umzusetzen. Die Projektteilnehmende wurden im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt und jedes Seminar gibt ihnen Impulse für die weitere Entwicklung ihrer Ideen.

Das Hauptthema des Seminars in Bamberg war Kommunikation: Wie präsentiert man eine Idee so, dass sie verstanden und unterstützt wird? An wen wendet man sich in erster Linie? Wie knüpft man Kontakte zur lokalen Verwaltung, zu zivilgesellschaftlichen Organisationen, Stiftungen und anderen Partnern?

Die Projektthemen der Teilnehmenden sind sehr vielfältig – von Jugend-Workshops bis hin zu einer Initiative zur Vereinfachung der Kommunikation mit dem Ausländerbeirat einer Stadt. Und das ist nicht verwunderlich: Kommunalpolitik umfasst nicht nur Stadtentwicklung, sondern auch Bildung, Kultur, Integration, Jugendarbeit und Familienförderung. Wie die Seminarleiterin Diana Liberova betont, umfasst die Kommunalpolitik alles, was das Leben in der Stadt verbessern kann.

Diana Liberova, Kommunalpolitikerin aus Nürnberg, erörterte gemeinsam mit den Teilnehmenden, wie man einen verständlichen und überzeugenden Pitch vorbereitet, wie man die Zielgruppe definiert, die richtigen Ansprechpartner*innen identifiziert und wem man die Idee präsentieren sollte. Ein eigener Schwerpunkt lag auf persönlichen Geschichten. In der Kommunalpolitik unterstützen Menschen nicht nur Initiativen, sondern auch die konkreten Lebenssituationen, die dahinterstehen. Daher überzeugt die Fähigkeit, zu erklären, warum ein Problem für die Stadtbewohner*innen wichtig ist, manchmal stärker als formale Argumente.

Ein weiterer Seminarblock war der Öffentlichkeitsarbeit gewidmet: Websites, soziale Netzwerke und die Kommunikation mit den Medien. Die Videoproduzentin und Projektkoordinatorin Sofia Groznaya sprach über aktuelle Videotrends. Anschließend konnten die Teilnehmenden das Gelernte direkt ausprobieren und eigene Kurzvideos produzieren.

Der Höhepunkt des Seminars war das Pitching. Nacheinander stellte jede*r die eigene Idee vor, während die anderen als Jury fungierten: Sie hörten zu, stellten Fragen und gaben Feedback. In wenigen Minuten galt es zu erklären, worum es bei der Idee im Kern geht, warum sie für die Stadt wichtig ist und warum sie unterstützt werden sollte. Dieses Format half dabei, sofort zu erkennen, was bereits überzeugend klingt und was noch präzisiert oder überarbeitet werden sollte. Parallel dazu erörterten die Teilnehmenden mögliche Partner*innen für ihre Initiativen und legten die nächsten Schritte fest.

„Besonders beeindruckt haben mich die Atmosphäre, die wunderbaren Menschen und das wirklich professionelle Team. Der Austausch mit ihnen inspiriert unglaublich und motiviert dazu, weiterzumachen“, sagt Anna Martirosyan (Projekt „Venture Teens“).

„Sehr gutes Feedback, praktische Hilfe und nützliche Tipps. Besonders wertvoll war für mich der Meinungsaustausch über verschiedene Projekte. Das zeigt, wie vielfältig Initiativen sein können, erweitert den Horizont und gibt den Mut, sich sogar an noch größere Ideen zu wagen“, so das Team des Projekts „Miteinander durch schwierige Zeiten“.

Nun beginnt für viele Teilnehmende die nächste Phase: Gespräche mit kommunalen Akteur*innen, die Suche nach Unterstützerinnen und Unterstützern sowie die ersten Veranstaltungen im Rahmen ihrer Projekte.

Das Projekt „Kommunal aktiv“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Integrationspolitische Maßnahmen“ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus gefördert.