Politische Bildung

Politische Bildung gehört zu den Prioritäten des Bundesverbandes russischsprachiger Eltern e.V. (im Folgenden: Bundesverband). Politische Bildung für Migrant*innen ist ein wichtiger Teil der Entwicklung einer multikulturellen Gesellschaft auf dem Weg zur Freiheit von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung. Sie ist auch ein notwendiges Instrument der Integration von Migrant*innen in die deutsche Gesellschaft. Der Bundesverband entwickelt Bildungsformate, die die Besonderheiten von Migrant*innen berücksichtigen. Wir bieten vielfältige Veranstaltungen in der Muttersprache der Zielgruppe zu den Themen an, die ihre Interessen widerspiegeln. Außerdem fördert der Bundesverband den Ausbau der Migrant*innenorganisationen zu Institutionen politischer Bildung. Diese Organisationen haben besondere Möglichkeiten und Vorteile in der Arbeit mit Migrant*innen, denn sie genießen das Vertrauen ihrer Zielgruppe und verstehen deren Bedürfnisse und Kultur. Deswegen trägt die Professionalisierung der Migrant*innenorganisationen im Bereich der politischen Bildung maßgeblich zur vollständigen und beständigen Integration von Migrant*innen bei.

Unser strategisches Ziel ist es, die aufsuchende und interkulturelle politische Bildung zu fördern. Mit unseren Projekten versuchen wir, den passiven Teil der Russischsprachigen in Deutschland zu erreichen, die nicht oder nur wenig in das gesellschaftspolitische Leben involviert sind und noch nie mit politischer Bildung in Berührung kamen. Wir verstehen dies als unseren Beitrag zur Reformierung politischer Bildung in Deutschland entsprechend den Anforderungen der Zeit, in erster Linie mit Blick auf das zunehmende Selbstverständnis der deutschen Gesellschaft als Einwanderungsgesellschaft. In dieser Hinsicht richtet sich die Arbeit des Bundesverbandes auch auf Netzwerkbildung, Kooperation und Erfahrungsaustausch mit Migrant*innenorganisationen anderer Diasporen, die ebenfalls im Bereich der politischen Bildung tätig sind.

Seit April 2015 ist der Bundesverband bei der Bundeszentrale für politische Bildung als Träger politischer Bildung akkreditiert. Der Bundesverband veranstaltet regelmäßig Bildungsseminare, offene Diskussionen, Workshops usw. zu den vielfältigen Themen politischer Bildung: verschiedene Aspekte der Medienkompetenz, Wahlen und Parteipolitik in Deutschland, inklusive hierarchiefreie Erinnerungskultur, Partizipation von Migrant*innen und Migrant*innenorganisationen in der Kommunalpolitik und anderes mehr.

Involviertheit in zivilgesellschaftliche Aktivitäten und politische Prozesse ist ein unabdingbarer Teil der Integration. Deswegen hat das Thema gesellschaftspolitischer Teilnahme und Teilhabe von russischsprachigen Migrant*innen einen besonderen Platz in unserer Arbeit. Im Rahmen einiger Projekte fördern wir zivilpolitische Partizipation, eine freie, selbstbewusst-kritische Meinungsbildung und die aktive Beteiligung von Migrant*innen an politischen Diskursen.

In unserer Arbeit werden wir seit 2015 von zahlreichen Institutionen wie der Bundeszentrale für politische Bildung (auch im Rahmen der Richtlinienförderung), der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und dem Bundesfamilienministerium (Bundesprogramm „Demokratie leben!“) unterstützt.

Richtlinienförderung

Als ein anerkannter politischer Bildungsträger veranstaltet der Bundesverband regelmäßig die Bildungsmaßnahmen für Russischsprachige, die nach den Richtlinien der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert werden. Der Bundesverband hat ein innovatives Format entwickelt - „Offene Wahl-O-Mat Session“, das den russischsprachigen Bürgern erlaubt, sich in ihrer Muttersprache mit komplexen Wahlthemen auseinanderzusetzen und die Positionen der Parteien zu diesen Themen kennenzulernen. Seit 2018 haben wir zehn solche Veranstaltungen vor den Landtagswahlen in Bayern, Hessen, Brandenburg und Sachsen sowie im Vorfeld der Wahl zum Europäischen Parlament 2019 durchgeführt.